Smoke/Blue in the Face

10 03 2009

waynewangedition_dvd-d-1_215Drama/Komödie – USA 1995

FSK: ab 12

Verleih: Kinowelt

Regie:

  • Wayne Wang

Darsteller:

  • William Hurt
  • Harvey Keitel
  • Forest Whitaker
  • Harold Perrineau jr.

1995 drehte Regisseur Wayne Wang den Independentfilm “Smoke“, basierend auf der Kurzgeschichte “Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte” von Paul Auster. Da sich der Film sehr stark auf das New Yorker Stadtteil Brooklyn, dessen Einwohner und Eigenarten konzentriert, entstand die Idee zu einem weiteren Episodenfilm namens “Blue in the Face“, der jedoch trotz gleicher Location und Hauptcharaktere keine Fortsetzung zu “Smoke” darstellt. Hierin sind unter anderem Jim Jarmusch, Lou Reed, Michael J. Fox und Madonna in kurzen Gastauftritten zu sehen.

Handlung

Smoke

Auggie Wren (Harvey Keitel) führt an der Ecke 3rd Street/7th Avenue in Brooklyn einen altmodischen Tabakladen. Seit Jahren fotografiert er jeden Tag um 8 Uhr vom selben Punkt aus diese Kreuzung. Er führt ein beschauliches Leben, was weitgehend geprägt ist von seiner Umgebung, seinen Freunden und Kunden. Doch er ist zufrieden mit dem was er hat. Als eines Tages einer seiner Freunde, der seit der Ermordunng seiner Frau deprimierte Schriftsteller Paul (William Hurt), nur im letzten Moment von dem Jungen Rashid (Harold Perrineau Jr.) vor einem Autounfall bewahrt wird, ist vorerst Schluss mit der Beschaulichkeit. Dieser ist nämlich auf der Flucht vor Kriminellen, denen er ihr Diebesgut gestohlen hat und nun auf der Suche nach seinem Vater ist.

Blue in the Face

Wie bereits beschrieben, ist “Blue in the Face” ein Episodenfilm, der nicht in direktem Bezug zur Handlung von “Smoke” steht. Es werden Geschichten erzählt, die zum Teil völlig fiktiv sind, es sich aber bei einige auch um (vermutlich) wahre Erzählungen der verschiedenen Film- und Musikstars sind, die hier zu Kurzauftritten kommen. Hauptsächlich dreht es sich in den Episoden meistens um das Rauchen, aber auch um den Bezug der einzelnen Protagonisten zu Brooklyn und deren persönlichen Erfahrungen.mit dem New Yorker Stadtteil.

Fazit

Es ist gar nicht so einfach, diese beiden Filme zusammen zu behandeln, obwohl sie zwar offensichtlich zusammen gehören, jedoch eben nur, aufgrund der selben Charaktere und des selben Schauplatzes. Allerdings handelt es sich eben hierbei auch um zwei verschiedene Arten von Film. Erzählt “Smoke” noch eine klare Geschichte, mit Wendungen Höhepunkten und einer durchgängigen Handlung, beruht “Blue in the Face” im Prinzip einzig auf der Lust der Schauspieler und des gesamten Filmteams, das Grundgerüst von “Smoke” als Ausgangspunkt für weitere Geschichten zu nehmen und auch eigene Erfahrungen in  diese Episoden einfließen zu lassen.
Da ich von keinem anderen Beispiel weiß, bei dem dies ebenso der Fall ist, scheint es sich wohl um ein einzigartiges Werk in der Filmgeschichte zu handeln. Das wäre es aber wohl in jedem Fall. Sind beide Filme für sich gesehen bereits äußerst sehenswert, stellen sie erst zusammen ein echtes Manifest schauspielerischer Leidenschaft dar, welches seinesgleichen sucht. Mir gefiel bereits “Smoke” sehr gut, allerdings sind die unterschiedlichen Episoden von “Blue in the Face” mit den vielen Auftritten bekannter Persönlichkeiten einfach unglaublich prägnant und einfallsreich, weshalb sie einem deutlich stärker im Gedächnis bleiben. Besonders die Ausführungen von Lou Reed über dessen Brille oder das Zelebrieren der letzte Zigarette von Jim Jarmusch lohnen es bereits, den Film zu sehen.
Übrigens muss man wirklich kein Raucher sein, um “Smoke”und “Blue in the Face” zu mögen. Allerdings schadet es auch nicht, um die Sucht/Leidenschaft der Charaktere tatsächlich verstehen zu können. Man sollte die Filme auch nicht etwa als Plädoyer für das Rauchen ansehen, sondern einfach als Beispiel einer weit verbreiteten Realität oder einfach als markantestes Stilmittel dieser Filme. Paul Auster, der Autor der Kurzgeschichte und des Drehbuches, worauf “Smoke” beruht, meinte selbst dazu in einem Interview:

“Ich will nicht behaupten, dass Rauchen gut für die Gesundheit ist, aber verglichen mit den täglichen politischen, sozialen und ökologischen Gräueltaten, kann man den Tabak vergessen. Die Leute rauchen. Das ist so. Die Leute rauchen und haben Spaß daran, auch wenn es nicht gut für sie ist.”

Auf alle Fälle aber sollte man sich etwas Zeit nehmen und diese Filme gleich im Doppelpack ausleihen bzw. kaufen.

Wo ihr sie in Hamburg leihen könnt erfahrt ihr z.B. in dieser Übersicht der Hamburger Videotheken

Meine Wertung

9/10