Der Baader-Meinhof-Komplex

16 03 2009

der-baader-meinhof-komplexDVD-Veröffentlichung: 12.03.2009

Drama – Deutschland 2008

FSK: ab 12

Verleih: Constantin

Regie:

  • Uli Edel

Darsteller:

  • Moritz Bleibtreu: Andreas Baader
  • Martina Gedeck: Ulrike Meinhof
  • Johanna Wokaleck: Gudrun Ensslin
  • Niels Bruno Schmidt: Jan-Carl Raspe

4 Jahre nach dem Erfolgsfilm “Der Untergang” machte sich Bernd Eichinger wieder an eine Verfilmung deutscher Geschichte. Zusammen mit Regisseur Uli Edel versuchte man sich an einer Umsetzung des Sachbuches “Der Baader-Meinhof-Komplex” von Spiegel-Herausgeber Stefan Aust.

Handlung

Deutschland im Jahr 1967: Während einer Demonstration beim Besuch des Schahs von Persien wird der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen. Dieser Vorfall wird zum Beginn einer Epoche, die geprägt ist von Terror, staatlicher Gegenwehr und einer öffentlichen Auseinandersetzung über die Richtung der noch jungen Bundesrepublik.
Der Tod von Benno Ohnesorg vermittelte für viele Studenten und politische Aktivisten den Eindruck eines skrupellosen Staates, der Erinnerungen an das Naziregime weckte, indem er sich scheinbar noch immer mit Waffengewalt gegen Andersdenkende zu Wehr setzte. Aus dieser politischen Stimmung heraus entstand im radikal linken Lager die Meinung, nun ebenfalls mit Gewalt gegen den Staat vorgehen zu müssen.
Wie wohl den meisten bekannt sein wird, handelt der Film von von der Entwicklung der terroristischen Untergrundbewegung Rote Armee Fraktion (RAF) und im Speziellen von deren Anführern Andreas Baader, Gudrun Ensslin sowie Ulrike Meinhof, die sich als vormals freie Journalistin der Gruppe anschloss. Die Brutalität, mit der die RAF vorging, ließ die Bundesrepublik aufschrecken und zeigte, dass es noch ein weiter Weg war, die eigene Geschichte hinter sich zu lassen. Erzählt werden die wohl wichtigsten Ereignisse jenes deutschen Kapitels vom Tod Benno Ohnesorgs bis zur Festnahme und dem Selbstmord von Andreas Baader und Ulrike Meinhof und der darauf folgenden Erschießung Hanns-Martin-Schleyers ddurch die verbliebenen Mitglieder der RAF.

Fazit

Der Baader-Meinhof-Komplex ist sicherlich ein wichtiger Film, dessen Geschichte auch mal in dieser Form erzählt werden musste. Neben unzäligen Werken, die ein ums andere mal das 3. Reich zum Thema haben, sollte auch eines der wichtigsten Nachkriegskapitel ins Gedächnis gerufen werden. Dies macht der Film auch sehr ordentlich und gibt meines Erachtens einen guten Eindruck von der Stimmung und den Verhältnissen dieser Epoche.
Wie realistisch die schauspielerische Leistung ist, kann ich allerdings auch nicht wirklich beurteilen, da mir neben einer Aufzeichnung von Ulrike Meinhof jegliche Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Da es sich allerdings auch um einen Kinofilm handelt und er somit neben einer gewissen Deteiltreue vor allem  unterhalten soll und einen Anreiz geben will, sich näher mit diesem Thema zu befassen, halte ich eine 100-prozentige dokumentärische Genauigkeit für unwichtig, wenn er eben jene anderen Erwartungen erfüllt. Hierbei kann ich behaupten, dass er dies tut und man dieses spezielle Stück BRD-Geschichte ein mal anschaulich erleben kann.
Sicherlich kann man dem Film auch einiges vorwerfen, da es sich nun ein mal auch um ein Thema handelt, das seit den 70er Jahren äußerst konträr diskutiert worden ist und somit wohl jeder Interessierte etwas anderes erwartet. Trotzdem bleibt es ein guter, wenn auch kein großartiger Film, der zumindest so viel beinhaltet, um sich auch selbst in den Geschichtsbüchern nachschlagen zu wollen.

Wer also Interesse an dem Thema hat, sollte ihn sich wirklich ansehen. Alle anderen können allerdings auch ruhig zugreifen. Ein kleiner geschichtlicher Exkurs hat ja bekanntlich noch niemandem geschadet.

Hier findet ihr eine Liste von sämtlichen Videotheken Hamburgs, wo “Der Baader-Meinhof-Komplex” ausgeliehen werden kann.

Meine Wertung

7/10