Slumdog Millionär

23 03 2009

slumdog-millionarKinostart: 19.03.09

OT: Slumdog Millionaire

Liebesfilm/Drama – Großbritannien/USA 2008

FSK: ab 12

Verleih: Prokino

Regie:

  • Danny Boyle

Darsteller:

  • Dev Patel
  • Anil Kapoor
  • Saurabh Shukla

Eigentlich nur als DVD gedacht, brachten  zahlreiche Oscar-Nomminierungen und ganze 8 Siege “Slumdog Millionär” in die weltweiten Kino-Charts und machen ihn bereits jetzt zu einem zuvor unvorstellbaren Erfolg. Der Film basiert auf dem Roman “Q and A” (deutsch: “Rupien! Rupien!”) von Vikas Swarup.

Handlung

Jamal Malik steht in der indischen Version von “Wer wird Millionär?” vor der letzten Frage um 20 Millionen Rupien. Doch bevor er die Chance bekommt, diese am nächsten Tag zu beantworten, wird er von der Polizei abgeführt, da man ihn für einen Betrüger hält. Denn Jamal ist kein geöhnlicher Kandidat, sondern ein Junge aus den Slums von Mumbai. Und wie soll ein so genannter “Slumdog” all diese Antworten gewusst haben, ohne jemals eine richtige schulische Ausbildung genossen zu haben?
Bei seinem Verhör auf dem Polizeirevier beginnt er nach und nach, alles zu erklären. Sein Wissen stammt nicht aus Büchern oder gar, weil er ein Genie ist, sondern die Antworten lagen tief in sinem Leben begraben. Doch um schließlich auch wieder seine große Liebe zu finden, muss er zurück in die Sendung, um sich der letzten Frage zu stellen.

Fazit

“Slumdog Millionär” ist wirklich ein beeindruckender Film. Die Verbindung aus exotischem Schauplatz und der auch hierzulande überaus populären Gameshow “Wer wird Millionär?” liefert die ideale Basis, um jeden Zuschauer  sofort in das Geschehen hineinzuziehen. Dabei geht der Film selbstverständlich weit darüber hinaus. Frei von allem Bollywood-Kitsch wird hier ein durchaus realistischer Blick auf die soziale Unterschicht Indiens gezeigt, der über mehrere Jahre den Weg eines Jungen aus den Slums zeigt, dem einfach ein anderer Weg vorbestimmt war. Ob man nun an Schicksal glaubt oder nicht ist dabei nebensächlich, schließlich ist nur wichtig, dass man zumindest im Kino einmal daran glauben darf.
Regisseur Danny Boyle (“Trainspotting“, “Kleine Morde unter Freunden“) beweist hier wieder einmal, dass er es außerordentlich gut versteht, eine Geschichte zu erzählen, die zwar durchaus skuril und ungewöhnlich ist, jedoch nie das nötige Maß an Realismus vermissen lässt, um für jedermann greifbar zu bleiben.
Natürlich ist auch die Liebesgeschichte gespickt mit Klischees und Kitsch. Aber auch in diesem Fall gilt ganz einfach: Die richtige Dosierung zum rechten Zeitpunkt gibt diesem Film einfach die Glaubwürdigkeit für das eigentlich Unglaubliche.
Ich kann “Slumdog Millionär” somit auch uneingeschränkt empfehlen, da er viele Genres gekonnt verbindet und man in jeder Szene mitfühlen kann, obwohl der Schauplatz für den Durchschnitts-Europäer auf den ersten Blick der unseren Kultur so fern erscheint.
Für mich also ein klarer Fall für meine Liste der besten Filme aller Zeiten.

Wer “Slumdog Millionär” in Hamburg sehen möchte, erhält hier eine Übersicht aller Hamburger Kinos, in denen der Film zur Zeit läuft.

Meine Wertung

9/10